Scheußliche Streptokokken

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Hallo ihr Lieben,

Mama macht schlapp! Seit zwei Tagen plage ich mich mal wieder mit irgendwelchen Kinderkrippen-Erregern herum… Ich weiß nicht genau. Aber ich glaube sie sitzen da irgendwo hinter der Tür. Die winzig kleinen Viren und Bakterien und Magen- Darm Fieslinge! Und wenn ich die Tür öffne, dabei versucht, so wenig wie möglich eventuell rotz- und sonstwie verschmutze Dinge zu berühren, stürzen sie sich einfach auf mich. Aus dem Hinterhalt! Ohne Vorwarnung. Und ohne auch nur ein bisschen beeindruckt zu sein von all meinen Schutz-und Hygienemaßnahmen!

Sie müssen natürlich gründlich die Hände waschen! Und viel Trinken! Und natürlich ausreichend schlafen! Diese drei überraschenden Antworten erhalte ich heute von meinem Hausarzt. Nachdem er mir unterbreitet, dass ich nun zum dritten Mal in diesem Jahr eine Streptokokken-Angina anschleppe. Nein. Entscheide ich mich. Das kann nicht sein. Und dieses blöde Antibiotikum nehme ich nicht schon wieder!

Ist denn ihre Tochter auch schon antibiotisch behandelt? Nein. Gott sei Dank nicht! Sie fängt sich zu meiner großen Erleichterung immer wieder! Nur an Mama hängen diese komischen Bakterien scheinbar fast symbiotisch… Und die liegt jetzt wieder hier rum und gurgelt verzweifelt mit verflixt bitterem Salbeitee. Allemal besser als verflixt bittere Pillen…

Und da hört die Geschichte ja nicht auf! Ich liege, bedeutet, mein Mann muss aufstehen. Mehr als sonst. Und eher als sonst. Der erste Morgen an dem er sie anziehen, fertig machen und in die Krippe bringen soll. Eine Katastrophe. Ich glaube er versucht wirklich sein bestes. Aber dann merke ich doch, dass es ihm schwer fällt. Mal so ganz spontan. Ähm… Was soll sie denn anziehen? Wann muss ich da los? Warum schreit sie denn jetzt die ganze Zeit? Ich schaff das alles so jetzt nicht?Fragen über Fragen. Mir dröhnt eh schon der Kopf. Es ist 6.30 Uhr und ich will mir einfach nur ein Brett Kissen über den Kopf ziehen!

Ich merke mal wieder, wie viele Sachen ich doch so nebenbei mache. Aufstehen, kleine Lady wecken, Frühstück, Spaß machen, in die Krippe düsen, auf die Arbeit tigern… 14 Uhr dasselbe Programm… nur rückwärts… Und ich bin wahrlich kein Organisationstalent! Aber wir kriegen es doch hin. Irgendwie.

Jetzt halt mal grade nicht. Aber der Herr Papa gibt sich redlich Mühe. Auch wenn er die kleine Lady mit der alten Jogginghose in die Krippe gebracht hat. Ihr die Mütze verkehrt rum aufsetzt. Sie über Tage denselben dreckigen Body trägt. Und sie eigentlich durchgehend einen Lolli im Mund hat. Aber sie lacht. Er lacht. Also sollte ich aufhören mich zu sorgen… Lieber nochmal ordentlich die Hände waschen und endlich mal schlafen…

Passt auf das euch die Streptokokken nicht auch noch auflauern… ganz fiese kleine Gesellen sind das… 😉

Eure Nadja

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Mama bitte zum Gespräch

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Heute wie versprochen noch ein Nachtrag zum sogenannten Entwicklungsgespräch in der Kinderkrippe der kleinen Lady!

Seit September letzten Jahres besucht sie 25 Stunden in der Woche die Krippe hier im Ort. Und nachdem im Alltag wenig Zeit für große Gespräche ist, lebte ich einfach so mit der Krippe. Bekam durch meine Elternbeiratschaft das wichtigste mit. Hier ein Fest. Da ein konzeptioneller Wechsel. Sorgen und Nöte der Einrichtung…

Feedback über mein Kind? Fehlanzeige. In den letzten Monaten ist mir aufgefallen, dass alle Informationen die ich wollte, von mir eingefordert werden mussten. Oft hätte ich mir eine unaufgeforderte Äußerung gewünscht. Als die kleine Lady den St. Martin im Altersheim gespielt hat vielleicht. Oder sich die Schuhe zum ersten Mal anziehen konnte. Worüber sie lacht, wenn ich nicht da bin. Was sie gerne isst. Was ihr liebstes Spielzeug ist…

Immer Fragen. Kostet Überwindung. Und dann das permanente Gefühl, dass man sich dann wichtig macht. Aber gerade das fehlt. Das Gefühl, dass es wichtig ist. Dein Kind. Mein Kind.

Donnerstag war nun ein Termin für ein Gespräch gefunden. Interessant. Da sitzt die Mama. Nervös. Knibbelt an ihren Nägeln.

Einen Kaffee?

Oh ja. Warum eigentlich nicht? Macht ja gleich eine entspanntere Atmosphäre! Was hab ich nur? Sorge. Hoffentlich kommt jetzt nicht ein Gewitter! Die kleine Lady ist ja ein sehr forderndes Kind. Das weiß ich. Ihre Gruppenleitung weiß das auch. Oder es kommt gar nix? Nur 0815 Informationen? Erfüllt sie die Erwartungen? Bleibt sie dahinter? Sind sie zufrieden mit ihr?

Was für dumme Fragen stellst du dir da eigentlich Mama?! Das hier ist ein Krippen- Entwicklungsgespräch kein Eignungsgespräch für eine Uni! Sie braucht keine Empfehlung. Keine guten Noten… Und doch stehe ich unter Druck.

Na, dann fangen wir mal an!

Sagt sie freundlich zu mir. Sie lächelt. Dann kann es ja so schlimm nicht werden. Wir schauen uns ihren Ordner an, der über die gesamte Krippenzeit geführt wird. Bilder, Anmerkungen, Fotos…

Die Anfangszeit war schwer. Aber nun ist sie wirklich angekommen!

Ja. Und darüber bin ich so unendlich froh.

Bei uns hat sie gerade eine tolle Phase!

Stimmt. Auch zu Hause lässt sich meine kleine wilde Lady gerade einigermaßen im Zaum halten. Ich erzähle einiges von zu Hause. Unseren Problemen mit Trotz, Wut, Anfällen und unzähligen Schreiattacken… Ihre Erzieherin hört zu und beruhigt mich. Ich erzähle von meinen Sorgen. Meiner Angst jetzt schon etwas falsch zu machen. Ihr Temperament nicht in die richtige Richtung lenken zu können. Obwohl ich garnicht genau weiß, in welche Richtung das sein soll. Das ich sie liebe, so wie sie ist. Und doch eigentlich nix ändern will. Aber doch erziehen sollte… muss…

Ich kann ihnen nur sagen. So wie ich ihre Tochter hier erlebe. Als ein sehr selbstbestimmtes Kind. Das macht es sicher oft anstrengend. Aber sie hat so tolle Fähigkeiten und kann Dinge leisten, die sie nur deshalb schafft, weil sie eben genau so ist! Sie können nicht so viel verkehrt gemacht haben. Eher vieles richtig.

Ich fühle mich langsam wohl. Und habe nach Monaten endlich mal ein Gefühl des echten Austausches. Sie beschreibt mir ganz genau, was in der Krippe so passiert. Wie sich die kleine Lady verhält. Was sie gern macht. Und wie sich einiges verändert hat…

Sie war und ist sehr aufgeschlossen gegenüber Erwachsenen und Kindern. Manchmal versucht sie dabei, die Aufmerksamkeit auch unbedingt und ungeteilt zu bekommen, dann muss man sie stoppen…

Zeigt enormen Mut. Ist so z.B. bei einer Fabrikbesichtigung letzte Woche, als einzige mit einem Hubwagen einige Meter in die Lüfte geflogen!

Sie setzt ihre Interessen durch. Ohne zu schlagen 😉 und akzeptiert dabei die Grenzen der anderen.

Sie ist besonders geschickt im Hüpfen und Tanzen!

Sie hat eine sehr gut entwickelte Feinmotorik (schneiden, malen, fädeln).

Sie schätzt die offenen Angebote. Bewegt sich frei und kann für sich entscheiden.

Sie erledigt viele Routinetätigkeiten schon allein. Händewaschen, Zähneputzen. Manchmal braucht sie noch Anleitung.

Sie spricht auffallend gut. In ganzen Sätzen und zusammenhängend.

Insgesamt entwickelt sie sich prima…

Ich atme auf! Mein Mädchen! Vieles erkenne ich. Manches habe ich selber noch garnicht so wahrgenommen! Genau das hatte ich mir gewünscht. Es war ein offenes Gespräch. Ich habe viel neues erfahren. Und konnte auch ein bisschen etwas von mir geben. Das ist ein Problem mit der Kommunikation, meint sie. Ja, das stimmt. Aber zumindest reden wir ja jetzt darüber!

Wissen sie… Ich glaube, ihre kleine Tochter ist ihnen sehr ähnlich! Sie sind auch so… hopp jetzt schauen wir mal! Das packen wir an! Das ist doch wunderbar…

Und das ist es! Es ist wunderbar! Also machen wir uns doch bitte nicht verrückt. Vertrauen wir uns als Mama, Papa, Familie… Wir machen den schwersten Job der Welt! Und wir machen ihn gut! So!

Und schön, dass wir drüber gesprochen haben… Eure Nadja