Kindererziehung – (m)eine Lebensaufgabe

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Hallo ihr Lieben,

ich melde mich nach einer Woche Schreibpause reumütigst zurück! Mein hochehrenhaftes Blogziel drei Mal die Woche inkl. Wochenrückblick, rückt gerade in weiteste Fernen…

Die kleine Diva Lady hat uns mal wieder völlig im Griff. Im Würgegriff! Nach ein paar Wochen der Entspannung, ist hier im Hause wieder nichts mehr sicher. Sie schreit, schimpft, tritt. Es wird befohlen von früh bis spät. Jeder zweite Satz ein Ich will!!! oder Lass mich in Ruhe!!! Ohne Gründe. Ohne Vorwarnung.

Häufen sich diese Tage, schwindet die Kraft. Nach zwei Anfällen am Morgen, vier nach der Arbeit und einem Nachmittag der jeder Beschreibung trotzt, habe ich nur noch eins: das unsägliche Gefühl absoluter Erschöpfung!

Aber ich bin anders erschöpft. Zermürbt erschöpft. Ich liebe sie so unendlich! Aber an diesen Tagen bin ich froh, wenn es 20 Uhr wird! Ab 18 Uhr wende ich den Blick kaum noch vom Wecker. Ich zähle die Minuten. Bis 19.10 Uhr. Sandmann. Schlafenszeit. Endlich. Ich fühle mich schlecht dabei. Doch das Gefühl noch 2 Stunden länger diese Launen zu ertragen ist kein bisschen besser…

Jetzt ist es 20.15 Uhr. Mein Puls beruhigt sich, mein schlechte Gewissen beißt mich. Wieder beginne ich zu denken, dass ich irgendetwas verkehrt mache. Warum ist sie unausgeglichen? So mürrisch? Warum kann ich ihr nichts rechtmachen???

Es ist ein Kind Nadja! Sie macht das nicht mit Absicht! Sie meint nicht dich! Es ist eine Phase! Aaaaaaaaaaa! Schreit es in meinem Kopf! Und trotzdem! Warum tut sie mir das an? Warum in aller Herrgotts Namen tut sie mir das an?!

Ich mache doch alles für sie! Ich trage sie singend huckepack aus der Krippe. Ignoriere den „Dummkopf“ den sie mir gerade mal wieder an den Kopf wirft. Nehme sie in den Arm nach jeder weiteren Schreiattacke. Versuche immer neu zu beginnen, wenn nix mehr geht. Vor allem rede ich. Mit ihr. Über sie. Was wir tun. Und warum. Ich denke es erleichtert, wenn sie versteht und nachvollzieht, warum ich ihr (seit 8 Minuten) Regenstiefel anziehe.

All das sind meine Versuche der Erziehung. Ich weiß nicht wirklich wie das geht. Es ist Intuition. Trial and Error. Das was sich gut anfühlt. Wohinter ich stehen kann. Aber was mache ich hier wirklich? Bin ich zu leger? Muss ich nicht strenger sein? Muss sie nicht wenigstens ab und zu das tun, was ich ihr sage? Sie ist jung. Aber ist sie zu jung, um einfach mal 5 Minuten am Tisch zu sitzen? Verlang ich zu viel? Oder zu wenig?

Die moderne Erziehung steckt in der Krise!

schreibt da eine Nanny. Wir haben Angst vor unsern Kindern, meint sie. Und das wir alles zerreden. Alles recht machen, aus Sorge vor Konfrontation. Sie rufen. Wir rennen. Wir haben keine Hilfen mehr. Keine Großfamilie, die uns unterstützt. Wir machen es uns leicht. Denken wir. Wenn wir sie vors Tablet setzen. Um uns kurz von alldem zu erholen…

Es hat sich tatsächlich vieles geändert! Wir sind andere Familien, als die eine Generation vor uns. Während für unsere Großeltern oder Eltern noch Fleiß, Disziplin und Ordnung oberste Werte der Erziehung waren, sind es für unsere Generation Selbstständigkeit, Gleichberechtigung und Mitbestimmung. Familien leben kindzentriert. Wollen dem Kind alles geben. Freiheit. Unendliche Zuwendung. Alles richtig machen. Lesen Ratgeber. Wählen aus 20 Kindergartenkonzepten und Schulformen.

Ich glaube nie war der Wunsch von Müttern und Vätern größer als heute, dem Kind das bestmögliche Rüstzeug mit auf den Weg zu geben! Aber ich glaube auch, dass es an manchen Stellen zu viel ist. Zu viel Freiheit, zu viel Mitbestimmung, zu viel Wahlmöglichkeiten.

Bei diesem Gedanken erinnere ich mich an einen Artikel. Vor zwei Tagen prangte da im Netz:

In Frankreich darf man Kinder schlagen!

Immernoch gibt es dort bestehendes Recht auf körperliche Züchtigung! Wer auf der Straße die Franzosen dazu befragt, bekommt offene Antworten. „Wer keinen Respekt zeigt vor Eltern oder den Lehrern, verdient eine Ohrfeige“ An anderer Stelle rechtfertigt eine Mutter Schläge für das Kind, um wieder eine gewisse Struktur in eine Situation zu bekommen. In einem Nachbar-Land bejaht man öffentlich körperliche Gewalt, um keine „kleine Tyrannen“ zu erziehen!

Wissen wir eigentlich was wir da tun? Ich glaube ehrlich gesagt nicht. Nur eins ist gewiss:

Wir bekommen das kostbarste Geschenk in unsere Hände und haben nun die Aufgabe es zu schützen und wachsen zu lassen! Ich sehe niemals eine Lösung in Schlägen, weil sie einzig und allein ein Zeichen von Hilflosigkeit sind! Lieber flüchte ich aus dem Haus!

Aber irgendwann muss ich zurück und mich meiner kleinen schimpfenden Aufgabe stellen. Wie ich die bewältigen werde? Konsequenz, weniger Reden, noch mehr Huckepack?! Es wird eine Lebensaufgabe… allemal…

Eure Nadja

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